German (Inter)Course 09 Dec 2008 11:24 pm
Weihnachten auf den Philippinen
Weihnachten sind die wichtigsten und längsten Feiertage auf den Philippinen. Wir nennen ihn auf Tagalog „Pasko“. Das Fest ist eine Mischung aus den westlichen und uralten Glauben. Spanien und die USA haben uns diese Gemeinsamkeiten mit den meisten
christlichen Ländern hinterlassen. Zusätzlich war unsere eigene uralte Kultur mit
diesem Fest vermischt, bevor die Kolonialherren gekommen sind.
Die große Feier ist eigentlich am 25. Dezember. Aber wir fangen ab dem 16. an, nächtliche Messen zwischen 19 und 23 Uhr zu besuchen. Natürlich ist es freiwillig an den Simbang Gabi teilzunehmen.
Lustigerweise beginnen die Musiksender schon ab September Weihnachtslieder zu spielen und die Einkaufszentren im Weihnachtsschmuck zu erstrahlen. Es klingt ein bisschen übertrieben oder kapitalistisch aber hier gibt es keinen Unterschied zu den anderen Nationen wie Österreich oder in den USA.
Die Kinder basteln ein Musikinstrument, das aus Metallflaschestopseln gemacht ist. Es sieht wie ein Tamburin aus. Die Kinder singen traditionelle Lieder auf Englisch oder Tagalog und hoffen, dass sie etwas Geld von den Leuten kriegen.
Die Häuser hängen ihre schönsten Sternlaternen aus verschiedenen Materialen und rauschenden Farben, z.B. Capiz Muschel, auf. Diese philippinische Tradition hat bereits Wien erobert. Seit 2006 hängt die philippinische Laterne in einem Baum beim Rathaus Christkindlmarkt. Sie hat ihren Platz schon gefunden.
Am Heiligabend gehen die Leute in der Kirche, um Misa de Gallo zu feiern. Dann isst die ganze Familie zusammen in die sogenannten Mitternachtsfest oder Noche Buena mit Queso de Bola (Käse) Jamon (Schinken) und andere Köstlichkeiten.
Obwohl die Filipinos dieses Fest schätzen ist die Art und Weise des Festes zwischen den Armen und Reichen natürlich anders. Die Kinder aus den bürgerlichen Familien sind schwer beeinflusst von der westlichen Tradition. Das bedeutet, dass man viele Geschenke bekommt, Santa Claus oder Weihnachtsmann zu ihnen kommen wird. Die Kinder hängen ihre Socken an die Fenster und warten bis es morgen wird.
Die Kinder aus den ärmeren Verhältnissen können nicht an den Weihnachtsmann glauben. Für sie ist es etwas wie ein normaler Tag, mehr nicht.
Wenn sie viele Pateneltern haben, ist es eine andere Sache. In meinem Land geben wir einen besonderen Platz für unsere Patin und unseren Pate nur am Weihnachten. Wir sehen sie das ganze Jahr nicht oder rufen sie nicht an, bis zum 25. Dezember. Die Bedeutung von der Patenschaft ist verloren gegangen.
Die Eltern suchen Leute aus, die reich und manchmal bekannt sind (z.B. Schauspieler oder Politiker), obwohl sie diese Leute kaum kennen. Oft sind sie keine Verwandten oder Freunde. Sie sind engagiert wegen ihres Ruhms oder ihres Geldes.
Trotz diesen einzelnen trivialen Kleinigkeiten ist für mich die Weihnachtszeit in meiner Heimat am schönsten und am wärmsten.
A Filipina immigrant living somewhere in Vienna, Austria. Read her rants, thoughts and dreams about the City of Contrast that is Wien. 